Binden sie den Vorstand mit ein

„Charity begins at home“ Dieser Slogan des Fundraising beschreibt sehr treffend, daß mit der Unterstützung für eine gute Sache in der eigenen Umgebung angefangen werden soll.

Es ist wie, wenn Sie einen Stein ins Wasser werfen. Die Wellen breiten sich in konzentrischen Kreisen aus. Auch Fundraising verläuft grundsätzlich „von innen nach außen“. Fragen Sie immer zuerst sich selbst, dann die engsten Mitverantwortlichen für das Projekt, dann den Freundeskreis des Projektes, dann alle die, die schon einmal davon gehört haben, dann alle Ihre persönlichen Bekannten und die der anderen Mitarbeitenden.

Danach werden die übrigen Gremien der Organisation, dann alle Mitglieder, dann alle im Stadtteil Wohnenden bzw. besonders von dem Projektthema Betroffenen angesprochen/angeschrieben. Erst dann folgt der „Rest der Welt“...

Findet im Inneren des Kreises keine Bewegung statt, können auch nach Außen keine Impulse kommen; Genauso wie beim Stein der ins Wasser geworfen wird.
Wie initiieren Sie Bewegung in Ihrer Organisation? Das Einfachste ist oft am Schwierigsten. Informieren Sie alle Mitarbeiter und diskutieren Sie über das Fundraising-Vorhaben und bieten Sie Möglichkeiten der Beteiligung an. Die Auseinandersetzung fördert wichtige Impulse zur Entwicklung der Organisation zu Tage, und ermöglicht, daß sich viele mit Herz beteiligen, statt eine lästige Pflichtaufgabe zu erfüllen.

Jeder kann z.B. sein persönliches Adressbuch mitbringen und schon haben Sie potentielle Geber, die Sie und ihre Organisation kennen. Bestehende Kontakte des Vorstands, aber auch aller anderen MitarbeiterInnen zu nutzen, ist einfacher, als völlig neue Kontakte aufzubauen.

Wenn Menschen um eine Spende angefragt werden, fragt der Spender oft zuerst. „Und wieviel hat der Vorstand gegeben?“ Diese Frage verwundert nicht, denn das eigene Engagement ist der beste Gradmesser für die Qualität des umworbenen Projektes. Wer sich für eine Sache stark macht, die Ihm selbst nichts wert ist, kann nicht besonders überzeugt sein. Man kann nicht einen Menschen von einer Sache überzeugen, für die man selbst nichts gibt. Die Menschen haben meistens ein sicheres Gespür für die Glaubwürdigkeit des Spendensammlers.

Wie viel man selbst gibt? Schließlich engagiert man sich mit der eigenen Arbeitszeit für das Projekt. Aber dafür wird man in der Regel bezahlt. Bei Ehrenamtlichen ist das etwas anderes. Ehrenamtliche sollten ihren zusätzlichen Einsatz dann auch ruhig deutlich benennen. Vorstand und Geschäftsleitung haben für die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen eine Vorbildfunktion. Wer selbst gegeben hat, kann andere überzeugender motivieren.

Eine weitere Fundraising-Regel lautet „Gleiche fragen Gleiche“. Wenn der Vorstand beim Sozialreferenten oder beim Bürgermeister um einen Termin bittet, hat er eher Erfolg, als wenn es der Praktikant versucht. Ehrenamtliche sind erfolgreicher bei Haus- und Straßensammlungen als Mitarbeiter von Dialogagenturen.

Also, bevor Sie andere für ein Vorhaben bitten: Wie steht es mit Ihrer eigenen Bereitschaft, in die gute Sache wirklich etwas zu investieren?

Spenden sie als erster, eröffnen Sie die Tombola und stellen Sie ihre Kontakte für die gute Sache zur Verfügung.

Peter Lindlacher, Fundraisingberater
IBPro – Institut für Beratung und Projektentwicklung, Einsteinstr. 173, 81675 München, www.ibpro.de

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